Alles im Rheine

25. Juli 2015
von Jörg

Der Begriff "Familie" wird bei uns recht weit gefasst. So ist die Cousine meiner Mutter "meine Tante".
Und die ist umgezogen. Nach Rheine. Daher kommt der Urlaub gelegen, um mal die weiter weg wohnende Verwandtschaft zu besuchen.

 
Jetzt liegt Rheine nicht gerade um die Ecke. An Münster vorbei noch ein kleines Stück weiter in den Norden. Und somit in einer Gegend, ich der ich eigentlich eher nicht vorbei komme.
Denn von uns aus kann man in den Osten fahren (Sauerland) oder in den Süden (Sieg). Alles jenseits dieser Himmelsrichtungen wie Westen (Aachen) oder Norden (Ruhrgebiet) sind entweder nur flaches Land oder Stadtgebiet. Das will niemand ...

Kurz vor Ankunft (~ 20 km) kommen wir an einem mongolischen Restaurant vorbei, was mir glücklicher Weise aufgefallen ist (auf was man so beim Fahren halt achtet).

Ankunft. Parkplatzsuche. Begrüßung.
Nach einer kurzem Rundgang in der Wohnung (sehr schick gemacht, gut geschnitten und mit interessanten und praktischen Details versehen) geht es eine Runde durch die Siedlung, die auch nett ist. Wohngegend ohne großartig Verkehr, Tempo 30 Zone, viel grün.

So langsam macht sich der Hunger bemerkbar (schließlich ist es High-Noon und die Sonne an der höchsten Stelle des Himmels kündigt den Nachmittag an) und Tantchen schlägt einen guten Griechen in der Nähe vor, den sie extra vorher erfragt hat. Denn so lange ist sie noch nicht da, als dass sie blindlings auf alle in der Nähe vorhandenen Restaurants verweisen könnte.

So machen wir uns auf den Weg und Fehler 1 des Tages: "Informier dich nicht nur, WO ein gutes Restaurant ist, sondern auch WANN es geöffnet ist". Richtig, der Grieche ist so gut, dass er es nicht nötig hat, einen Mittagstisch an zu bieten.
Aber macht nichts, es gibt da ja noch das Restaurant weiter stadtauswärts. Also frisch zurück in den PKW und los gehts. Fehler 2 des Tages: "wenn du dir nicht sicher bist, dann lass es sein". Die Stadt weit hinter uns lassend, müssen wir einsehen, dass die Ortskenntnis der Tante eben noch nicht so ausgeprägt ist, wie es sein könnte. Macht nichts, zurück in die Stadt, denn irgendwo in Rheine ...: Fehler 3.
Rheine ist definitiv keine Stadt für Leute, die Essen gehen wollen. Denn wir finden a) entweder keine Restaurants oder b) die, die wir finden haben geschlossen oder c) die, die wir finden und die offen haben, haben: Eintopf. Ja, Eintopf. Aber auch NUR Eintopf! Kein Scherz, in einem Restaurant "Sport-Irgendwas" läuft ein Junge in die Küche und ruft seinem Vater zu, dass "Kundschaft" da sei. Für den Jungen wahrscheinlich ein Schock nach so langer Zeit fremde Leute zu sehen ...
Ebenso wie für den Vater, der wohl Wirt und Koch gleichzeitig ist und uns anbietet, uns zwar außer einem Eintopf nichts anbieten zu können, der sei aber sehr lecker.

Nu ist aber gut. Alle zurück in den Wagen, ich weiß, wo es was zu essen gibt. Ich kenne den Weg!
Und so brausen wir zurück Richtung Autobahn, von der wir kamen. Vorbei am Restaurant "Zum goldenen Doppelbogen" (so viel Hunger habe ich nun auch nicht, dass ich da essen würde) zum Restaurant, welches mir auf der Hinfahrt schon aufgefallen war. Es wird Zeit, denn wir haben schon 13 Uhr und irgendwann macht die Mittagsküche ja mal zu.

Doch wir kommen - getrieben von Hunger und Gaspedal - bei dem mongolischen Restaurant "Grill & Wok" an. Und - oh Wunder - es ist offen und es gibt was zum Essen.
Wir nehmen schnell Platz, bestellen Getränke und geben unsere Essenswünsche ab. Buffet? 16,90? Ja, OK. Lass anrollen.

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Nach einer Stunde und einem üppigen Buffet entschliessen wir uns den bisher dann doch noch gelungenen Tag in den heimischen Wänden fort zu setzen. Als es jedoch ans bezahlen geht, kommt die Überraschung.
Hat sich was mit 16,90! Das Buffet zum Mittagstisch kostet 6,90 pro Person! Ich fass es nicht. Das ganze Essen Buffet all-you-can-eat für drei Personen inkl. Getränke beträgt 35,10!
Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich das letzte Mal so viel und gut für 6,90 zu Mittag gegessen habe. Irgendwie ist es schon ein Witz, dass der McDonalds so viel besucht wird und ein Restaurant wie dieses (wo das Essen besser, reichhaltiger und gesünder ist bei gleichzeitig viel mehr Auswahl) so wenig besucht wird. Vom Preis mal ganz abgesehen, denn um bei McDonalds halbswegs dauerhaft satt zu werden muss man wenigstens das Doppelte investieren.

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Nach einer Tasse Kaffee in den heimischen Wänden und einem kurzen Plausch geht es dann wieder zweieinhalb Stunden zurück nach Hause.

Als Tipp des Tages bleibt dann also das China Restaurant mit mongolischem Grill "Grill & Wok": http://www.grill-wok.de

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Denn so hat das China Restaurant den Tag gerettet und alles war im Rheinen.

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