Merkwürdig aber wirksam

3. Februar 2013
von Jörg

Als ich das erste Mal von "Woolpower" hörte, kam die Assoziation mit gengetränkten Schafen auf, die Wölfe zerfleischen. Doch weit gefehlt!

Simone schwärmte "du könntest das ja auch mal probieren. Ich ziehe das immer im Bergwaldprojekt an und es ist wirklich toll warm!".
Nun ist Bäume fällen und neue pflanzen nicht meine Art von Urlaub, das überlasse ich weiter Simone, aber das mit dem "warm", das hat doch schon was, denn ich muss gestehen: ich werde älter!

Zuerst waren es nur die Heizgriffe, die ich nicht mehr missen wollte. Trotz "BMW Winter II" bekam ich nach längeren Fahrten im Bereich <10 Grad kalte Finger. Und kalte Finger sind nicht nur unangenehm, sie sind auch langsam und damit gefährlich. Aber ich bin ja kein Weichei, also ist eine Griffheizung eben auch nichts für ganze Kerle wie mich.
Als die nächste Maschine kam, hatte sie schon Griffheizung an Bord, wurde aber boshaft ignoriert. "Griffheizung. Humbug, pah!" (Ebenezer Scrooge lässt grüßen).
Irgendwann war es dann soooo kalt, dass eine kurze Probeschaltung ja nicht schaden kann, nur kurz.
Naja, seitdem ist mir klar, es wird kein Motorrad mehr ohne geben. Durch die wärmeren Finger ist nicht nur der ganze Körper wärmer (erstaunlich wie sehr ein Körper über die Finger auskühlen kann), auch die Reaktionsfähigkeit der fünf kleinen Helferlein rechts und links am Lenker ist deutlich verbessert.

Doch genug der Vorgeschichte, zurück zu Simone. "Woolpower", aha. Nicht gerade günstig, aber gute (und vor allem funktionierende) Funktionskleidung hat halt nicht nur ihren Preis sondern hoffentlich auch ihren Wert. Also frisch mal ein Unisex-Oberteil bestellt, denn nach den Finger ist und bleibt der dem Wind ausgesetzte Oberkörper die nächste Frostquelle.

Zu Weihnachten bestellt war es dann jetzt im Januar so weit das Dingen mal zu testen. Sehr dünn, wahrscheinlich zu dünn um zu funktionieren - vielleicht hätte ich doch nicht die dünnste Version bestellen sollen (es gibt dünn, mittel, dick), aber die trägt nunmal am wengisten unter der Jacke auf (und Platz zum Atmen ist ja doch auch irgendwie wichtig).
Und siehe da: die hält deutlich wärmer als die üblichen Stoffe die ich ansonsten trage (trotz dessen, dass es die dünnste Version ist). Angenehm warm und winddicht!

Es stellte sich also raus, dass Simone mit "das kommt aus Schweden, die wissen schon was warm hält" Recht behalten hat. Und nicht nur das: es handelt sich um ein Mischgewebe aus Wolle und Kunstfaser, so dass man das Dingen auch ruhig der Waschmaschine anvertrauen kann, ohne das die Größe leidet (und das ist bei Motorradwäsche zum Waschen ja doch schon mal wichtig). "Das Beste aus beiden Welten" (Wolle und Kunstfaser) meint inzwischen auch das Magazin "Motorradfahrer" in seiner Ausgabe Januar 2013 auf Seite 55 mit einem kurzen Artikel über Woolpower für Motorradfahrer.

Alles in allem eine lohnende Investition. Und bei der nächsten Bestellung wandert noch ein Woolpower-Artikel in der Stärke "mittel" mit in mein "Portfolio". Damit wird es dann auch im Winter wie im Sommer ...

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