Frankreich 2017: Anreise (2/2)

14. April 2017
von Jörg

Die Reise geht weiter. Nun ist es nicht Meer weiter. Kein Tippfehler, Wortspiel.

 
Ich habe gut geschlafen (kein Wunder nach dem 14 Stunden Tag gestern), das "Petite Dejeuner" war klein aber gut. 55 Euro für die Nacht inkl. Frühstück, da will ich nicht meckern. Nach dem Frühstück packen, einpacken und los geht's. Doch halt, was winkt mir die Maschine entgegen? Was ist das da, was sich an der rechten Seite rhythmisch im Wind bewegt? Ah, die Halterung des Auspuffs. Prima. Der Auspuff hängt nun also nur noch am Rohr. Irgendwas ist immer. Und das jetzt, wo der interessanteste Teil des Weges folgt. Die Ardeche. Und nun muss ich wegen diesem v*** v*** s*** Auspuff langsam fahren, damit die Maschine nicht so schaukelt und mir der Auspuff nicht am Rohr bricht. Aber was soll's, ich muss los.
 
Hatte ich eigentlich schon gesagt, dass es in Frankreich ab Dijon keine 8 Grad mehr waren? Bis nach Frankreich war es gestern so kalt, dass ich überlegte mir das nächstbeste Hotel zu suchen, um mich dort in der Badewanne auf zu tauen. Nun ist es auch ohne Badewanne warm. Gerade so. Zwischen 27,5 und 29 Grad, je nachdem durch welche Täler oder Gipfel ich mich gerade bewege..
 
Zu dem warmen Wetter, dem blauen Himmel kommt nun auch noch die Ardeche, deren Straßen sich gleich einer griffigen Teerschlange durch die wunderbarsten Kurven schlängelt, die man sich so wünschen kann. Wenn da nur nicht der hängende Auspuff wäre. Kurve um Kurve scheiß ich auf den b*** Auspuff. Soll das blöde Dingen doch abfallen, kommt halt ein neuer dran. Ist er dann schließlich auch selber schuld.
Ich will jetzt die Kurven der Ardeche, scheiß was drauf, was ein neuer Auspuff kostet. Mit den max. 90 die erlaubt sind werden die Täler abgefahren. Abgefahren! Ardeche, Sonne, 29 Grad, der Auspuff hält.
 
Gegen 16 Uhr angekommen, schnell einchecken und sofort fängt das Ausladen an: alle Taschen runter, schnell leeren, denn ich muss ja noch einkaufen. 6pack Wasser, Milch, Zewa Wisch und Weg, Eier, Butter, ... kommt alles aus dem Campingplatzshop. Kostet dort zwar teilweise das Dreifache, doch so brauche ich es nicht mit dem Motorrad (Eier) alles zu transportieren (6Pack Wasser. Gewicht) und spare auch den Platz (3 Rollen Zewa Wisch und Weg) für die Lebensmittel. Also ab dafür nach Lidl. Und dann die erste Ladung sofort zum Campingplatz. Denn ersten werden die gekühlten Sachen in einer Motorrad-Packtasche sehr schnell warm (so ein Käse, z. B.), zum anderen muss ich ja noch mehr kaufen, jedoch kann ich die Sachen ja schlecht in der nicht abschließbaren Tasche am Motorrad lassen.
 
Also zurück nach Vias, Taschen leeren, in den Kühlschrank einräumen, Taschen wieder auf die Maschine und zweite Tour. Ich brauche ja noch Draht für die notdürftige Reparatur des Auspuffs. Also fahre ich das erste Mal zum Hypermarche in Agde. Der Name ist Programm! Hyper, Hyper! Zuerst muss man - um zum Eingang zu gelangen - irgendwas zwischen 30 und 40 Kassen entlang marschieren. Und dann - wenn man drin ist - ist suchen angesagt. Die haben alles, wirklich alles! Beispiel: Haarshampoo - ein eigenes 10 Meter Regal verschiedene Sorten. Camembert - ein eigenes 10 Meter Regal. Wein - eine eigene Abteilung mit mehreren 10 Meter ...
 
Campingzubehör, Lebensmittel, Teller, Partybedarf, Elektroabteilung, Fischtheke, Käsetheke, Fleischtheke, dasselbe nochmal mit teilweise mehreren 10 Meter Regalen ... und das ohne Stadtplan! Wahnsinn.
Die haben wirklich alles. Außer Draht übrigens. Wäscheleine und Panzertape wird es morgen wohl erst einmal tun müssen.
 
Insgesamt 4 Stunden später ist die Einkaufsorgie inkl. Hin- und Herfahrten (was die wohl an der Campingplatz Rezeption sich gedacht haben?) erledigt. Und ich auch. Erst einmal etwas essen und trinken, was in den letzten zwei Tagen vernachlässigt wurde. An der Bordverpflegung muss das Motorradpersonal noch arbeiten. Knapp zwei Liter Wasser, zwei große französische Kaffee (a ~0,5 Liter), ein Glas Milch und ein Glas Wein begleiten ein Baguette mit verschiedenen Käsesorten und Obst auf den Weg in die Dunkelheit ohne Wiederkehr.
 
Es ist inzwischen 21 Uhr. Zeit, den Wohnwagen fertig zu machen. Geht ja schnell. Es ist 23 Uhr. Alles fertig. Und ich auch nochmal. Morgen nochmal für ein paar Mittagessen einkaufen (das bisher war nur der Grundbedarf), den Auspuff mit Wäscheleine befestigen ... und noch ein paar andere Dinge, und dann kann der Urlaub anfangen. Wird auch Zeit. Nächste Woche um diese Zeit muss ich schon wieder alles gepackt haben! :-(
 

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