Massenschlägerei und cooler Held

4. Juli 2015
von Jörg

Heute gab es Massenschlägereien am laufenden Band. Also, zu mindestens das Wetter scheint einigen Menschen erheblich auf das Gemüt geschlagen zu haben. Und damit wissen wir auch wo der Verstand liegt - unter dem Gemüt. Und die Schläge sind scheinbar durchgereicht worden.

 
Zugegeben, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal 39 Grad auf der Anzeige sehen konnte - oder überhaupt. Und damit ist nicht die Öltemperatur oder das Kühlwasser gemeint, sondern in der Tat die "Außentemperatur" außerhalb des Motorrads.

Und das scheint zu einer oft anzutreffenden Dehydrierung geführt zu haben. Damit meine ich nicht das plötzliche Abbiegen und anschließende blinken oder ähnliches - das gehört ja schon zum normalen Straßenalltag.

Nein, heute kam es bei vielen Verkehrsteilnehmern zu einem kollektiven Ausfall des Großhirns und statt dessen ist dann jeweils - sofern vorhanden - das Kleinhirn eingesprungen.

Viermal startete der jeweils vorderste Wagen an den Ampeln so spät / langsam, dass bei weitem nicht alle Fahrzeuge durch kamen. Vielen Dank!

Ein Fahrzeug fuhr verzögernd (neusprech: bremsend) an eine Ampel (Geschmack: Waldmeister) ran um dann bei Orange Gas zu geben (um so selber noch die Kreuzung zu passieren) und den Rest hinter sich bei Kirsch stehen zu lassen (Hoffentlich bekommst du einen Getriebeschaden. Nachts. Auf der Autobahn).

An vielen Stellen (zu meist in der Nähe von Stauseen, Flüssen, ...) wurde dann die Straße gerne zu einem sponaten Picknick oder sogar Sit-In umgewandelt. Bei Wagen mußte man jederzeit damit rechnen, dass sie Anker werfen - hatte der Fahrer doch gerade nicht einen freien Parkplatz gesehen? Ja, Rückwärtsgang rein und die Künste versuchen - und wieder ausparken (passte doch nicht), um das Schauspiel ein paar Meter weiter zu wiederholen. Denn - verdammt nochmal - wer will bei diesem Wetter denn schon unnötig laufen?
Aber die Straße ist ja für alle da. Also auch für die, die sich ihren Taucheranzug anziehen wollen und so hüpfend mit dem Gummistretch als Prima-Ballerina schon einmal eine Fahrspur für sich in Anspruch nehmen.
Doch überholen ist nicht, denn zwar ist das Schlauchboot schon (auf der Straße) aufgepumpt worden, aber es muss ja nun auch (an der Straße entlang) zum Wasser transportiert werden.

Das Cabriofahrer eher dazu tendieren, "beschaulich" durch die Gegend zu fahren, ist auch eher die Regel. Das bei dem heutigen Wetter jedoch die meisten PKW zum Cabrio mutieren war dann doch überraschend.
Den Vogel hat dann ein Merceds abgeschossen, den ich außerhalb geschlossener Ortschaften überholte (er fuhr bei erlaubten 100 nur 80), jedoch holte er mich in der nächsten geschlossenen Ortschaft wieder ein - denn er fuhr ~70 und gab mir Handzeichen, ich solle doch gefälligst Gas geben.
Das liebe ich - außerhalb zu langsam, innerhalb zu schnell. Macht im statistischen Mittel: alles richtig gemacht!?

Außerdem sind auf der Strecke drei neue Streckenabschnitte die vorher außerhalb "unbegrenzt" (also Tempo 100) waren, dauerhaft mit Tempo 70 beschildert worden.
Wahrscheinlich eine Huldigung an solche Leute, die sich auch Sonntags beim Frühstück schneiden - selbst wenn man ihnen nur Marmelade und einen Löffel gibt.

Das war eine Zusammenfassung einiger Schlägereien. Der Held war ich. Hab ich, mein ich.
Damit mich wenigstens das Wetter cool lässt (wenn schon nicht die "Straßenbegleiter"), habe ich mir heute morgen einen coolen Helden zugelegt. Wärmstens zu empfehlen ...

Bleibt also nur noch die Frage "was habe ich falsch gemacht?" wo ich doch so cool geblieben bin ...

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